Fernsehen

17:30 Sat1 NRW - Experten beurteilen Auftritt von Jürgen Rüttgers

SAT1-NRW - 17:30 - 26.04.2010

 

Experten beurteilen Auftritt von Jürgen Rüttgers
Wir werden sehen – noch ist alles offen. Eins aber steht schon heute fest: Die Wähler wollen ganz genau wissen, wie die Spitzenkandidaten ticken und vor allem welche politischen Ziele die beiden verfolgen. Deshalb haben auch am Freitag wieder Hunderttausende unsere Sondersendung gesehen.

http://www.sat1nrw.de/Archiv/Experten-beurteilen-Auftritt-von-Juergen-Ruettgers/441d1805/

 

 

N24 - 8:30 - 10.08.2010

N24 - 08:40 - 14.09.2009

 

Dr. Werner Dieball analysiert für N24 die Auftrittswirkung von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier im TV-Duell.

http://www.youtube.com/user/WDieball#p/a/u/0/NOPshgyxGpU

 

http://www.youtube.com/user/WDieball1#p/a/u/1/Z7ZL4q9hqYA

 

http://www.youtube.com/user/WDieball1#p/a/u/0/xSITdKgFyG8

 
 

 

17:30 Sat1 NRW - Experten beurteilen Auftritt von Hannelore Kraft

 

Experten beurteilen Auftritt von Hannelore Kraft
Die einen konnte Hannelore Kraft also überzeugen – andere wiederum nicht. Auf jeden Fall haben viele Menschen die Sondersendung in SAT.1 und bei RTL gesehen. Insgesamt mehr als 500.000 schalteten ein.
http://www.sat1nrw.de/Aktuell/Experten-beurteilen-Auftritt-von-Hannelore-Kraft-/42d1764/

 

 

FAKT - Das MDR-MagazinFAKT - Das MDR-Magazin - 02.09.2002

 

Kandidaten-Duell
von Florian Meesmann

 

Wie verhalten sich die Kanzlerkandidaten im Wahlkampf in Ost und West. FAKT ist mit einem Gebärdensprachexperten unterwegs.

 

Auftritt für Edmund Stoiber in Leipzig, Montag vergangener Woche. Der Kandidat im Osten - in schwieriger Mission. Etwa 150 Autonome unter tausenden Besuchern versuchen Stoiber niederzubrüllen. Die Stimmung wird von Minute zu Minute aggressiver.

 

Mittendrin für FAKT dabei: Der Politikwissenschaftler Werner Dieball. Er beschäftigt sich schon jahrelang mit der Körpersprache von Spitzenpolitikern, hat sein erstes Buch über Gerhard Schröder veröffentlicht. Wie die Kandidaten jetzt mit Körpersprache um Stimmen kämpfen, das will er mit Videoaufnahmen analysieren. Schließlich entscheiden Gesten und Mimik zu mehr als 50 % über die Wirkung einer Rede, so Experten. Auch Stoiber ringt so um Gehör für sein Lob der Bundeswehr im Fluteinsatz.

 

Edmund Stoiber
"Aber die dagegen sind, die, die wichtigen Träger unseres Staates vor allen Dingen auch die Bundeswehr auch in einer solchen Stunde madig machen. Diese Menschen dürfen niemals mehr als nur Opposition sein, diese Menschen dürfen niemals Regierungsverantwortung tragen."

 

Jetzt fliegen Eier und Tomaten, später schleudern die Demonstranten sogar Glasflaschen. Feuerwerkskörper explodieren im Publikum. Stoiber redet trotzdem weiter, doch seine Körpersprache hat sich durch die Proteste verändert.

 

Werner Dieball
"Durch das Zusammenspiel verschiedener körpersprachlicher Komponenten ist es ihm gelungen darauf sehr gut und sehr kämpferisch einzugehen. Er hat den Zeigefinger eingesetzt in Zusammenspiel mit seinem Oberkörper, den er nach vorne gepresst und seinen Kopf ruckartig nach vorne wohl dosiert eingesetzt. Und so hat er einen kämpferischen und aggressiven Eindruck gemacht als Gegenpart auf die doch harten Protestrufe."

 

Potsdam, knapp 24 Stunden später, Party statt Proteste, hier wählt man SPD, Marla Glen im Vorprogamm für Gerhard Schröder.

 

Ein Heimspiel für den Bundeskanzler. Seit der Jahrhundertflut sind seine Sympathiewerte im Osten kräftig gestiegen, Solidarität mit den Flutopfern und Umweltschutz, so wirbt der Kanzler um die Stimmen aus dem Osten.

 

Gerhard Schröder
"Diese Regierung, die ist die erste gewesen, die sich darum bemüht hat und erfolgreich darum bemüht hat, einen Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie hinzubekommen, das darf nicht abgebrochen werden."

 

Werner Dieball kennt Schröders Körpersprache seit Jahren bis ins kleinste Detail, an diesem Abend beobachtet er wohlvertraute Gesten des Medienprofis.

 

Werner Dieball
"Ein Wechselspiel aus Greifgesten, dass heißt er greift nach vorne um das politische Problem, um das es geht, wenn es jetzt zum Beispiel um die Flutkatastrophe geht, greift er mit diesen beiden Händen dieses Problem an und dann nimmt er die Faust, die rechte und manchmal sogar auch die linke hinzu um zu zeigen er ist tatkräftig bei der Sache, allerdings ist der Funke letztendlich nicht so übergesprungen auf die Leute hier, wie gestern Edmund Stoiber es gelungen ist in Leipzig."

 

Eine neue Chance auf dem Münchner Marienplatz, am nächsten Tag. Mitten in der bayerische Hauptstadt haben sich fast 15 000 SPD-Anhänger versammelt Jubel für Gerhard Schröder zur Begrüßung.

 

Wieder spricht der Kanzler über die Flut und über die Irakfrage, doch Werner Dieball erlebt einen ganz anderen Schröder als in Potsdam.
Wieder hat er Glück, keine Proteste, das zweite Heimspiel diese Woche, da zeigt der Medienkanzler sein ganzes darstellerisches Talent.

 

Kämpferische Gesten sind dabei nur die eine Seite.

 

Werner Dieball
"Wie ein Schauspieler er kann gewisse Rollen abrufen, er kann einerseits den Staatsmann mimen auf der Bühne, er kann andererseits auch wieder, so ein bisschen mehr den Showmaster raushängen lassen und auch mal diese humorvolle Komponente abrufen."

 

Freitagnachmittag in Landau. Warten auf Edmund Stoiber. Tief in der südpfälzischen Provinz regiert die Union, hier wählt man CDU. Stoiber verspätet sich, Zeit für eine erste Bilanz in diesem ganz besonderen Duell der Kandidaten.

 

Werner Dieball
"Gerhard Schröder hat sich körpersprachlich gefunden, dass heißt Gestik, Mimik, Stimmklang, Motorik das alles steht in Einklang, in Kongruenz zueinander. Und bei Edmund Stoiber gibt es da teilweise ein Missverhältnis, dass sieht man daran, wenn er in bestimmten Situation lächelt und es passt nicht."

 

Dennoch: Beifall für den Kandidaten zur Begrüßung, Proteste gibt es auch hier, doch deutlich leiser als im Osten. Vor wenigen Stunden haben Meinungsforschungsinstitute Umfragen mit steigenden Werten für rotgrün veröffentlicht. Stoiber reagiert mit persönlichen Angriffen auf Schröder, wirft ihm erneut Wortbruch im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit vor.

 

Edmund Stoiber
"Und er sagte dazu, wenn ich das nicht schaffe, dann habe ich es nicht verdient, wiedergewählt zu werden, und ich werde auch nicht wiedergewählt."

 

Der Ton wird schärfer, auch die Körpersprache des Kandidaten hat sich gewandelt.

 

Werner Dieball
"Wenn wir Montag Leipzig und Freitag in Landau hier vergleichen, hat er sich körpersprachlich ganz klar geändert und zwar dass er mehr Vertrauensgesten einsetzt, dass heißt er streckt die offenen Angebotshände nach vorne, er will damit Anerkennung Vertrauen von den Wählern und Wählerinnen erhalten, es wird auf jeden Fall an ihm gearbeitet und er arbeitet in Form von Medientraining, körpersprachlichen Training auf jeden fall, ansonsten wäre solch ein gestisches Veränderungspotential nicht zu erkennen."

 

Es scheint, als habe Stoiber in der Körpersprache gegenüber Schröder aufgeholt. Doch auch dieses Duell ohne Worte ist noch längst nicht entschieden.

 

 

 

zum Kontaktformular